Grundschulteam der Firma Klotz holt Auszeichnungen für Forschen und Programmieren bei der FIRST® LEGO® League Junior

Das „Team Klötzchen“ tritt beim Regionalwettbewerb der FIRST® LEGO® League Junior an der Uni Augsburg an und wird mit zwei Auszeichnungen belohnt.

Ein von der Firma Klotz gesponsertes Team aus Grundschülern trat Anfang Dezember beim Regionalwettbewerb der „FIRST® LEGO® League Junior “ an der Universität Augsburg an. Zusammen mit ihrem Coach Reinhard Seefried, Leiter Softwareentwicklung bei der Firma Klotz, begaben sich die beiden 9-jährigen Jonathan und Lenno vom „Team Klötzchen“ mit der „Mission Moon“ in diesem Jahr auf Entdeckungstour rund um das Thema Mond.

 

Aufgabe war es, sich mit Möglichkeiten des Überlebens auf dem Mond auseinanderzusetzen. Die „FIRST® LEGO® League Junior“ ist aus einer Initiative der amerikanischen Stiftung FIRST (For Inspiration and Recognition of Science and Technology) und LEGO® entstanden und wurde entwickelt, um Kinder im Alter von 6–10 Jahren an die MINT-Thematik heranzuführen. Der Einstieg wird den Kindern durch die ihnen bekannten und beliebten bunten Steine erleichtert. 

Nach wochenlangem Forschen, Tüfteln und Programmieren konnten die Kinder ihr Erlerntes mit anderen teilen und sich intensiv mit dem Leben auf dem Mond beschäftigen. Ihr Wissen bewiesen sie unter anderem mit der Erstellung eines Forschungsposters. Das große Finale des Projekts bestand im Aufbau einer Mondlandschaft aus Lego sowie der Programmierung eines Motors mit Lego WeDo 2.0.

Die Inhalte des Forschungsposters sowie die Funktionsweise der Mondstation konnten die Schüler im Gespräch mit den anwesenden Gutachtern unter Beweis stellen. Dabei erhielt das „Team Klötzchen“ Auszeichnungen für „hervorragende technische Umsetzung“ und „großartige Bewegung“.

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnungen. Jonathan und Lenno haben ihre Kenntnisse im Forschen und Programmieren ganz toll umgesetzt. Das Thema war natürlich auch sehr spannend und hat ihnen viel Spaß gemacht.“, so Reinhard Seefried.

 

Auch für das kommende Jahr hat das „Team Klötzchen“ schon einige Termine im Kalender stehen:

 

Die Firma Klotz bietet regelmäßig Schnupperkurse im Programmieren für verschiedene Altersgruppen an (Lego WeDo und EV3). Interessierte Schüler sind sehr gerne und jederzeit willkommen. Die nächsten Termine finden im Januar und Februar statt und werden von den Auszubildenden des Bereichs „Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung“ betreut. Nähere Informationen zu den Teams und zur Anmeldung erhalten Sie bei Reinhard Seefried unter 08221 905-0.

Die Klotz GmbH ist ein international agierendes Maschinenbau-unternehmen mit den Kerngebieten Sondermaschinenbau, Montagelinien und Automatisierung. Bei Klotz verschmelzen klassischer Anlagenbau und digitale Transformation zu Maschinenbau 4.0: die Integration von technischer Software zur Automatisierung von Maschinen und Anlagen.  

 

 

Bayerischer Gründerpreis 2017 – Fünf Fragen an Peter Klotz

Bereits zum 15. Mal waren die Unternehmen in Bayern aufgerufen, sich für den Bayerischen Gründerpreis zu bewerben. Mehr als 1.000 Unternehmen beteiligten sich in sechs Kategorien an der renommierten Auszeichnung. Die Nachricht über die Nominierung unseres Geschäftsführers Peter Klotz in der Kategorie „Nachfolge“ löste Begeisterung und Stolz in unserem Team aus.

Was Firmengründer Helmut Klotz im Jahr 1962 als Ein-Mann-Firma begonnen hat, wird heute als international agierendes Mittelstands-Unternehmen, das klassischen Maschinenbau und agile Softwareentwicklung vereint, von Peter Klotz geleitet.

Während das Kerngeschäft von Klotz in den Anfangsjahren in der Konstruktion sowie im Export von Vollautomaten und Großanlagen innerhalb Europas bestand, erfolgte seit der Übernahme durch Peter Klotz eine konsequente und zielstrebige Entwicklung zu einem internationalen Innovationsdienstleister.

Wir haben mit Peter Klotz über die Nominierung im Rahmen des Gründerpreises sowie über die Entwicklung von Klotz gesprochen.

 

Herr Klotz, Sie wurden in der Kategorie „Unternehmensnachfolge“ für den Bayerischen Gründerpreis nominiert. Was ging Ihnen durch den Kopf als Sie von der Nominierung erfahren haben?

Als guter Unternehmer lebt man auch für sein Unternehmen. Auch mit einem sehr guten Mitarbeiter-Team für das operative Geschäft ist man als Unternehmer bei manchen Entscheidungen auf sich alleine gestellt. Oft sind es Entscheidungen, die man für sich – höchstens noch in Absprache mit der Familie – fällen muss, die aber wesentlich für die Entwicklung des Unternehmens sind. Es ist schön, wenn man eine gesellschaftliche Anerkennung bekommt für die Leistung, die man als Gründer – oder in diesem Fall als Nachfolger – für das Unternehmen und für die Gesellschaft erbringt.

In der Wirtschaftswelt spricht gerade jeder von Gründern und Startups. Ihr Unternehmen wurde 1962 gegründet und wird seit einigen Jahren von Ihnen geführt. Fühlen Sie sich als Gründer?

In Zeiten von Internet, Globalisierung, Digitalisierung und Industrie 4.0 ändert sich die Wirtschaftswelt jedes Jahr schneller. Wer stehen bleibt, hat schon verloren. Insofern muss sich heute ein Unternehmen ständig neu erfinden. Stillstand ist tödlich. Ehrlich gesagt, fühle ich mich ständig als Gründer. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen.

Die Jury war von der Verknüpfung aus mittelständischem Maschinenbau und modernster Softwareentwicklung angetan. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Software-Unternehmen parallel zum traditionellen Maschinenbauer aufzubauen?

Mein Vater hat das Unternehmen gegründet und war sozusagen ein Vollblut-Maschinenbauer. Informatik und Betriebswirtschaft haben ihn zwar interessiert, aber es war beides nicht seine Stärke. Daraus hat sich schon in frühen Jahren ergeben, dass ich mich um diese Bereiche gekümmert habe. Gleichzeitig waren im Bereich Prüfstandsbau unsere Anforderungen an Software schon immer sehr hoch. Vor rund zehn Jahren haben wir erkannt, dass Software ein zentraler Bestandteil von Maschinen wird und haben entschieden, dass wir Software zur zweiten Kernkompetenz machen müssen.

Was haben Unternehmen davon, wenn sie mit Klotz und Kinmatec arbeiten?

Unsere Kunden bekommen Maschinenbau und Software in höchster Qualität aus einer Hand. Bereits in der mechanischen, elektrischen und elektronischen Konzeption der Maschinen werden Softwareanforderungen mitbetrachtet. Software ist nicht mehr ein Add-on, sondern ist wesentlicher Bestandteil der Anlagen. Dadurch erhöht sich Produktivität und Verfügbarkeit der Anlagen entscheidend.

Geben Sie uns einen Ausblick. Wo steht die Industrie 4.0 in zehn Jahren?

Das ist nicht so leicht zu beantworten. In der Vergangenheit hat man oft zu viel von neuen Technologien erwartet. Der große „Umbruch“ in der Industrie ist bisher ausgeblieben. Stattdessen gab es eine relativ langsame kontinuierliche Weiterentwicklung. Aber diesmal könnte es anders laufen, da die innovativen Kräfte sehr stark sind und viele Technologien und Entwicklungsmethoden erforderliche Reifegrade erreicht haben. Unsere Kunden fordern massiv Innovationen ein und wer nicht liefern kann, ist aus dem Rennen.

 

Industrie 4.0 in Verbindung mit Robotik und künstlicher Intelligenz wird meiner Meinung nach mittelfristig die Produktion und die Geschäftsmodelle von Maschinenbauern sehr nachhaltig verändern. Maschinen werden sich in zehn Jahren vollständig selbst überwachen und sich hinsichtlich Taktzeit, Wartung, Energieverbrauch und Verschleiß selbst optimieren. Dafür werden immer mehr Sensoren in Maschinen eingebaut, die sich im Idealfall selbst in übergeordnete Systeme integrieren. Sehr große Datenmengen werden in Cloud-Speichern aufgezeichnet und permanent analysiert. Die Daten sind sehr wertvoll und werden auch verwendet, um wiederum neue, noch bessere Maschinen zu bauen. Industrieroboter werden eine noch größere Rolle spielen, weil sie in Verbindung mit Software immer schneller für neue Aufgaben trainiert werden können. Wie schnell das alles genau gehen wird, ist schwer zu sagen.

Wer Peter Klotz persönlich treffen möchte, hat dazu Gelegenheit bei der SPS IPC Drives vom 28. bis 30. November 2017 in Nürnberg.

 

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Maschinenbau 4.0 – Tradition und Innovation für intelligente Maschinen

Die 1962 als Ein-Mann-Firma gegründete Klotz GmbH ist heute ein international agierendes Mittelstands-Unternehmen, das agile Softwareentwicklung und klassischen Maschinenbau vereint.

In den Anfangsjahren bestand das Kerngeschäft der Klotz GmbH in der Konstruktion, dem Bau sowie im Export von Vollautomaten und Großanlagen innerhalb Europas. Schon früh setzte der Firmengründer Helmut Klotz auf Globalisierung und erkannte die Chancen in Asien und den USA. Seit der Übernahme durch Peter Klotz entwickelte sich der Mittelständler konsequent und zielstrebig zu einem Innovationsdienstleister.

Neben dem klassischen Maschinenbau – das Portfolio reicht von Sondermaschinen über Montagelinien bis zu Prüfst.nden – sorgte die Gründung der Tochtergesellschaft Kinmatec für einen weiteren Meilenstein in der Klotz-Geschichte: die Entwicklung eigener Software für die Inbetriebnahme und Automatisierung von Maschinen und Anlagen. Immer komplexer werdende Maschinen müssen beherrschbar bleiben, lautet das Ziel von Peter Klotz und seinem Team. So entstand die erste Softwareentwicklung KinRig in völliger Eigenregie und ergänzt seither die Maschinen von Klotz.

Wo Menschen und Maschinen vernetzt werden, bedarf es intelligenter Schnittstellen. Klotz setzt dafür moderne Steuerungssoftware ein, wie beispielsweise die eigens entwickelte Automatisierungs-Software KinRig mit mobiler Maschinensteuerung. Damit bereitet der Mittelständler seine Kunden auf die Industrie 4.0 sowie das Internet der Dinge vor und lebt die Verschmelzung von Industrie und Informatik im eigenen Unternehmen vor.

Innovative Entwicklungen und Konstruktion sind nur mit einem erstklassig ausgebildeten Team möglich. Bei Klotz arbeiten Maschinenbauer, Ingenieure und Softwareentwickler Hand in Hand, um den Maschinenbau 4.0 zu verwirklichen. Dafür hat Peter Klotz eine einzigartige Unternehmenskultur geschaffen, in der sich Techniker und Programmierer verwirklichen können.

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Geduld und diplomatisches Geschick

Geschäfte mit China

Wie platziert sich ein mittelständisches Investitionsgüterunternehmen auf dem chinesischen Markt? Xiaohong Han, Studentin des Wirtschafts­ingenieurwesens, erarbeitet für den Maschinenbauer Klotz eine Antwort.

China ist fern. Nicht nur geographisch. Auch allen modernen Kommunikationsmitteln zum Trotz machen Sprache und kulturelle Unterschiede den Weg zu einer der prosperierendsten Volkswirtschaften der Welt sperrig.

Allein zuverlässig Markt und Marktchancen zu sondieren, ist für ein mittelständisches Unternehmen oft eine erste hohe Hürde. Längst sind nicht alle chinesischen Unternehmen im Internet vertreten oder haben gar eine englischsprachige Webseite. Fax und Telefon? Wer vor längerer Zeit einmal mit China im Geschäft war, wird feststellen, dass die einstigen Gesprächspartner häufig nicht mehr zu erreichen sind. Der Grund: Das chinesische Telefonnetz und die Rufnummern haben sich geändert.

Für Xiaohong Han sind das leicht zu überwindende Schwierigkeiten. Der 27-jährigen, die jetzt gerade an der Fachhochschule Rosenheim ihr Masterstudium Wirtschaftsingenieurwesen abschließt, ging eine Marktanalyse, die sie im Rahmen eines Praktikums für den Maschinenbauer Klotz erstellte, leicht von der Hand.

“Als exportorientiertes Maschinenbauunternehmen ist der chinesische Markt für uns interessant”, sagt Geschäftsführer Peter Klotz. “Dank der Arbeit von Frau Han haben wir nun solide Daten gewonnen und erste Kontakte geknüpft, um unsere Marktchancen zu sondieren und eine erfolgversprechende strategische Option aufzubauen.”

“Wer in China erfolgreich Geschäfte machen will, sollte sich auf jeden Fall mit der chinesischen Kultur vertraut machen”, empfiehlt die angehende Wirtschaftsingenieurin Han. “Und selbst rudimentäre Sprachkenntnisse können Wunder wirken. Außerdem ist viel Geduld und hohes diplomatisches Geschick gefordert. Chinesen feilschen gerne. Vertragsverhandlungen können sich somit oft sehr lange hinziehen.”

Der bayerische Spezialist für Messtechnik, Automation und Sondermaschinenbau unterstützt Nachwuchskräfte aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen und bietet die Möglichkeit, fachspezifische Abschlussarbeiten im Unternehmen zu schreiben. Darüber hinaus verschafft die Klotz GmbH Studenten im Rahmen von Betriebspraktika Einblicke in die unternehmerische Praxis eines innovativen, mittelständischen Betriebs.

Pressekontakt
Evelyn Hanika
Klotz GmbH
Ortsstraße 45
89359 Kötz
Telefon: 08221/905-311
Telefax: 08221/905-33
E-Mail: evelyn.hanika@klotz.de

Die inhabergeführte Klotz GmbH mit Sitz in Kötz bei Günzburg entwickelt und vertreibt innovative, technisch hochwertige Produkte und Lösungen für den Einsatz in Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung. 1962 zunächst als Konstruktionsbüro gegründet und seit 1969 als GmbH, hat sich das Unternehmen seit mehr als 50 Jahren als zuverlässiger Partner und Berater bei der Optimierung von Produktions- und Entwicklungsprozessen bewiesen. Dies schätzen namhafte Unternehmen der deutschen Industrie, die zu den Kunden gehören. Die hohe Identifikation der gut ausgebildeten und hochqualifizierten Mitarbeiter mit dem Unternehmen gewährleistet eine hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen. In Anerkennung des besonderen Engagements beim Erfahrungs- und Wissensaustausch innerhalb der deutschen Industrie und für die tatkräftige Unterstützung der Technologie-orientierten Besuchs- und Informationsprogramme – TOP – verlieh das Bundesministerium für Wirtschaft 1993 der Klotz GmbH den TOP-Ehrenpreis.

Weil Zeit zählt

Die Klotz GmbH in Kötz wechselt in Rekordzeit auf Autodesk Inventor und Produktstream Compass.

Wer Sondermaschinen baut, muss quasi die Entwicklungen bei seinen Kunden voraussehen. Gleichzeitig bleiben für Entwicklung und Bau der Maschinen oft nur wenige Monate. Da braucht man optimale Hilfsmittel. Die Klotz GmbH in Kötz hat im Jahr 2003 eine strategische Entscheidung für Autodesk Inventor getroffen und das System ein halbes Jahr später durch die PDM-Lösung Autodesk Productstream Compass Pro ergänzt. Das operative Ergebnis: eine Erfolgsgeschichte, deren Ende noch lange nicht in Sicht ist.

Im Jahr 1962 gründete Helmut Klotz sein Konstruktionsbüro; heute ist die Klotz GmbH – in zweiter Generation inhabergeführt – ein international ausgerichteter Sondermaschinenbauer. Zum Entwicklungs- und Produktionsprogramm gehören Mess- und Prüfmaschinen, z. B. für PKW- und Nutzfahrzeug-Lenkungen, Kolben, Ventile, Motoren usw.; Vollautomaten, Großanlagen und Montagelinien zur Herstellung von Zier- und Blendringen, Zylinderköpfen und Walzen; Automatisierungs- und Handhabungstechnik, Handhabungsgeräte, Spezialgreifer usw. Seit den 70er-Jahren liefert das Unternehmen Anlagen in den EU-Raum, seit 1985 in die ganze Welt.

Optimale Werkzeuge gesucht

Fünf der zwölf Mitarbeiter sind in der Konstruktion tätig. Zu ihren Aufgaben gehören zusätzlich auch Einkauf und Arbeitsvorbereitung. Einzelteile und Baugruppen werden extern gefertigt, montiert wird dann wieder bei Klotz. “Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital”, erklärt Geschäftsführer Peter Klotz, “deshalb setzen wir alles daran, ihnen die besten Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen.”

Was es auf dem Markt (noch) nicht gibt, wird selbst entwickelt. So besaß das Unternehmen schon früh eine eigene Zeichnungsverwaltung, die es ermöglichte, innerhalb von wenigen Minuten auf die kompletten Konstruktionsunterlagen auch “uralter” Maschinen zuzugreifen und diese auszugeben oder zu verschicken. Der Wunsch nach einem 3D-CAD-System bestand schon lange. Doch auch hier galt es, das optimale System zu finden – und deshalb beobachtete man den Markt schon seit den 80er-Jahren.

Wenig Zeit für Top-Leistung

Evaluierung und Einführung wurden zu einem Wettlauf mit der Zeit bzw. mit dem großen Auftrag eines Automobilzulieferers. “Um den Zeitdruck zu verstehen, muss man die Rolle des Sondermaschinenbauers in der ‘Supply Chain’ des Endabnehmers begreifen”, erläutert Peter Klotz. “Unser Kunde kann den Auftrag an die Anlagenbauer – also auch an uns – erst dann vergeben, wenn er selbst den entsprechenden Produktionsauftrag erhalten hat. Und weil seine Lieferfristen knapp sind, sind unsere es erst recht.”

Gleichzeitig fordern die Kunden, dass ihre Anlagen immer flexibler werden, um Modell-Laufzeiten zu reduzieren und die Rentabilität zu erhöhen. Während früher nur wenige Typen einer Baugruppe oder eines Bauteils auf der gleichen Linie produziert werden konnten, muss man heute zusätzlich auch Folgemodelle ohne teure Änderungen produzieren können. Dass diese Folgemodelle noch gar nicht entwickelt sind, wenn die Produktionsanlage konzipiert wird, macht die Angelegenheit nicht einfacher.

2D führt zu Medienbrüchen

Vor genau dieser Herausforderung stand die Klotz GmbH im Januar 2003: Ein großer Automobilzulieferer benötigte ein Prüffeld für eine vollautomatische Montagelinie für Servolenkungen bei unterschiedlichen Fahrzeugtypen. Schwierig ist hier insbesondere das Andocken an die verschiedenen Lenkungstypen.

Zu 2D-Zeiten hatte man in diesen Fällen Modelle aus zusammengeklebten Schachteln gebaut, später bearbeitete man Teilprobleme mit Hilfe von Autodesk Mechanical Desktop – aber eben immer nur Teile, die später in verschiedenen Systemen nachgeführt werden mussten. Ein 3D-System sollte derartige Medienbrüche abschaffen und die nötige Flexibilität bringen.

8 Wochen für Evaluierung und Einführung

Kann man innerhalb von nur acht Wochen ein 3D-CAD-System evaluieren, einführen und dann mit voller Kraft in die Konstruktion des neuen Prüffeldes einsteigen? Das Risiko war groß, doch die Chance ebenso – und bei Klotz entschied man sich für die Chance. Es wurden drei Systeme evaluiert. Zu jeder Teststellung gab es eine Kurzschulung von einem bis zwei Tagen. Danach wechselten sich drei Konstrukteure in der Bedienung jedes Systems ab und erstellten anschließend eine Bewertung.

Obwohl die beiden anderen Lösungen dem Autodesk Inventor zu dieser Zeit funktional einiges voraushatten, überzeugten hier das Gesamtkonzept, die Handhabung, die zu erwartende kurze Einarbeitungszeit und das kompetente Team des Systemhauses. Fast zeitgleich mit dieser Entscheidung traf die Bestellung des Automobilzulieferers ein. Vier Konstrukteure im Alter von 30 bis 54 Jahren besuchten eine zweitägige Schulung beim Systemhaus und begannen eine Woche später mit der Konstruktion. Die Entscheidung von Geschäftsleitung, Projektleitern und Konstrukteuren war einstimmig gefallen: Klotz konstruiert bzw. modelliert künftig nur noch in 3D.

Erstaunliche Ergebnisse

Obwohl die Konstrukteure erst mit Autodesk Inventor vertraut werden und etliche eingespielte “2D-Prozesse” anpassen mussten, waren die Konstruktionen für die neue Anlage schneller fertig als kalkuliert. Dabei war die Qualität des Ergebnisses viel besser als früher und der Änderungsaufwand gegenüber der 2D-Konstruktion deutlich geringer.

Sowohl die Firma Klotz als auch die Kunden profitierten von der Möglichkeit, technische Problemstellungen am virtuellen 3D-Modell zu diskutieren. So verbesserte und beschleunigte sich der Informationsaustausch mit dem Kunden und auch intern. Der Abgleich mit Abteilungen, die nicht gewohnt sind, 2D-Zeichnungen zu lesen, wird erheblich einfacher: Elektroingenieure können z. B. problemlos mitreden, wenn es um Kabelführungen, Schaltschränke und die Integration von Steuer-, Mess- und Regelungstechnik geht. “Man bekommt den Einstieg ins Concurrent-Engineering praktisch gleich mit der 3D-Technologie mitgeliefert”, bilanziert Peter Klotz.

 

The entire planning of the test benches operates with Inventor at Klotz.

 

 

Lieber früher

Wegen der knappen Zeit wurde die geplante Einführung des PDM-Systems Productstream Compass Pro beim Start mit Autodesk Inventor verschoben. Nachdem das Klotz-Team sein Kundenprojekt und auch einige andere parallel laufende Projekte sechs Monate später sehr erfolgreich abgeschlossen hatte, startete nun die PDM-Implementierung. “Das war ein teurer Fehler”, gibt Peter Klotz zu. “Auch Compass wurde in Rekordzeit eingeführt – viel schneller als wir es erwartet hatten.” Jetzt galt es, die vorhandenen Daten nachträglich einzupflegen, und das erwies sich als sehr aufwändig.

Compass macht Träume wahr

Doch danach erfüllten sich Konstrukteursträume: Man hat stets alle Daten übersichtlich dargestellt im Zugriff. Auch die ERP-Anbindung durch eine individuell programmierte Schnittstelle klappte hervorragend. Autodesk Inventor übergibt nun Stücklisten direkt an das ERP-System, so dass man Daten im CAD-Umfeld nicht mehr doppelt eingeben muss. Compass legt auch Zeichnungen von Kunden (mit deren Zeichnungsköpfen) korrekt ab und verknüpft sie mit den entsprechenden Projekten.

Schließlich realisierte man gemeinsam mit dem Systemhaus Celos aus Neu-Ulm zahlreiche neue Arbeitsabläufe, die Productstream Compass unterstützt. Das steigerte die Produktivität nochmals erheblich:

  • Das System erzeugt zu jeder Zeichnung automatisch PDF- und TIF-Dateien.
  • Der Änderungsindex von Zeichnungen wird jetzt weitgehend automatisch gepflegt.
  • Die einer Baugruppe zugeordneten Zeichnungen können automatisch in Fremdformate konvertiert, archiviert und für die Weitergabe exportiert werden.
  • Neben der integrierten Inventor-Normteil-Bibliothek laden sich die Klotz-Ingenieure viele Zukaufteile, wie Pneumatik- oder Hydraulikteile, vom Partserver der Cadenas GmbH. Cadenas wurde ebenfalls vollständig in den Workflow integriert. Teile werden automatisch als Normteile im Productstream Compass abgelegt und mit ERP-Daten verknüpft.

 

Planned and built by Klotz: fully automatic test bench for power steering.

 

Jetzt geht es richtig los

Mit dem Fazit “Innerhalb von zwölf Monaten hat die Klotz GmbH alle Ziele der 3D-Einführung erreicht” könnte dieser Bericht nun schließen. Doch die Geschichte geht weiter: Im Januar 2004 kam der Folgeauftrag des Automobilzulieferers mit dem zusätzlichen Wunsch, die für die verschiedenen Lenkungstypen erforderlichen Adapter in einem Werkzeugmagazin innerhalb der Maschine zu lagern. Deshalb muss man für den Werkzeugwechsel eine spezielle Vorrichtung integrieren, die früher von außen über das Band zugeführt wurde. Die Konstrukteure setzten zudem ihren Ehrgeiz daran, die gesamte Anlage wesentlich kompakter zu konstruieren.

Damit schlug die große Stunde von Autodesk Inventor und Productstream Compass. Die neue Anlage wurde stark verbessert – diesen Aufwand hätte man mit einer 2D-Konstruktion allein niemals betrieben. Außer einer hoch integrierten Anlage “produzierte” man auf diese Weise einen äußerst zufriedenen Kunden.

In Zukunft: Die digitale Fabrik

Peter Klotz sieht viele Möglichkeiten, seine Konstruktionswerkzeuge noch besser auszunutzen. Im Moment geht es darum, die Anlagen mit Hilfe des Inventor-Studios schon lange vor der Produktion ins rechte Licht zu rücken und den Kunden bereits in der Angebotsphase eine “laufende” Maschine zu präsentieren. Das Klotz-Team und seine Kunden freuen sich auf die neuen Möglichkeiten künftiger Inventor-Versionen und auf die echte digitale Fabrik.

Quelle: erschienen im SolutionBuilder Magazin der CELOS Computer GmbH, Augsburg-Gersthofen